Der Bearded Collie, oft liebevoll „Beardie“ genannt, ist ein lebhafter, sanfter und intelligenter Hütehund aus Großbritannien. Sein langes, weiches Fell, der typische „Bart“ und seine stets gute Laune machen ihn zu einem beliebten Familienbegleiter. Doch hinter der charmanten Erscheinung steckt eine aktive, bewegungsfreudige Rasse, die sowohl geistig als auch körperlich ausgelastet werden möchte. In diesem Rasseportrait erfährst du alles über die anspruchsvolle Fellpflege, den Charakter und das Training.
Inhaltsübersicht
- Herkunft & Geschichte
- Aussehen & Besonderheiten (Fellwechsel)
- Charakter & Wesen
- Familienleben & Kinder
- Erziehung & Training
- Bewegung & Auslastung
- Gesundheit & rassetypische Krankheiten
- Pflege des Langhaars
- Ernährung & Gewicht
- Wohnung, Stadt & Klima
- Welpen & die ersten Monate
- Anschaffung, Kosten & Verantwortung
- Für wen ist der Bearded Collie geeignet?
- Steckbrief
Herkunft & Geschichte
Der Bearded Collie stammt aus dem schottischen Hochland und wurde ursprünglich als robuster Hüte- und Treibhund eingesetzt. Seine Aufgabe war es, Schafherden in schwierigem, nebligem Gelände zusammenzuhalten, eigenständig Entscheidungen zu treffen und laut bellend über lange Strecken zu arbeiten. Erste Abbildungen vergleichbarer Hunde lassen sich bis ins 16. Jahrhundert zurückführen.
Durch seinen freundlichen Charakter und die elegante Erscheinung fand er später auch außerhalb der Landwirtschaft Fans. In den 1950er Jahren begann der Aufstieg als Familien- und Showhund, wodurch die Rasse weltweit bekannt wurde.

Aussehen & Besonderheiten (Fellwechsel)
Der Bearded Collie ist mittelgroß, schlank und wirkt trotz seines üppigen Fells überraschend leichtfüßig und athletisch. Sein charakteristisches Merkmal ist das lange, harsche Deckhaar mit weicher Unterwolle, das einen Scheitel auf dem Rücken bildet.
- Größe: 53–56 cm (Rüden), 51–53 cm (Hündinnen)
- Gewicht: ca. 18–27 kg (schlanker Körperbau unter dem Fell)
- Fellfarben: Schwarz, Braun, Blau, Fawn (Sandfarben) – alle Farben können weiße Abzeichen haben.
- Besonderheit: Das „Greying“-Gen. Viele Beardies werden dunkel geboren und hellen im Laufe des Lebens deutlich auf, bevor sie manchmal wieder etwas nachdunkeln.
Charakter & Wesen
Bearded Collies sind bekannt für ihren stets fröhlichen, menschenbezogenen und aktiven Charakter. Sie gelten als sensibel, freundlich und sozial – sie zeigen kaum Aggression gegenüber Menschen oder anderen Hunden.
Typische Wesenszüge:
- Fröhlich und verspielt: Oft bis ins hohe Alter behalten sie ihre clowneske Art.
- Lernbereit: Sie wollen gefallen ("Will to Please"), denken aber als Hütehunde auch mit.
- Sensibel: Sie reagieren stark auf Stimmungen und Lautstärke.
- Anhänglich: Sie möchten am liebsten immer bei ihrem „Rudel“ sein.
Diese Rasse braucht viel Gesellschaft und möchte aktiv am Familienleben teilnehmen. Alleinsein über längere Zeit fällt ihr schwer und muss geduldig geübt werden.

Familienleben
Der Beardie ist ein ausgezeichneter Familienhund. Er ist geduldig mit Kindern, freundlich zu Besuchern und meist sehr sozialverträglich. Sein ausgeglichenes Wesen macht ihn zu einem angenehmen Begleiter – vorausgesetzt, die Familie ist aktiv. Aufgrund seiner Hüteveranlagung kann es vorkommen, dass er versucht, spielende Kinder oder andere Haustiere zu „hüten“, was frühzeitig in geordnete Bahnen gelenkt werden muss.
Erziehung & Training
Die Erziehung eines Bearded Collies basiert auf Geduld, positiver Verstärkung und einer ruhigen Führung. Da die Rasse sensibel ist, führen Härte oder Druck zu Verunsicherung und Rückzug. Beardies lernen schnell, benötigen aber Abwechslung, da sie sich bei stupiden Wiederholungen schnell langweilen.
- Ein sicherer Rückruf ist essenziell, um ihm Freilauf zu ermöglichen.
- Üben Sie frühzeitig die Leinenführigkeit, da ein ziehender Beardie viel Kraft entwickeln kann.
Bewegung & Auslastung
Diese Rasse ist ursprünglich ein Arbeitshund – entsprechend hoch ist ihr Bewegungsbedarf. Beardies benötigen täglich mehrere Stunden Aktivität. Sie sind keine Hunde für „nur um den Block“. Unterfordert neigt der Hund zu Unruhe, Bellen oder Ersatzhandlungen.
Beliebte Auslastungen:
- Agility & Turnierhundesport: Ideal für den wendigen Körper.
- Treibball: Eine tolle Alternative zum echten Hüten.
- Nasenarbeit: Suchspiele lasten den Kopf aus.
- Wandern: Als ausdauernder Traber ist er der perfekte Wanderbegleiter.

Gesundheit & rassetypische Themen
Der Bearded Collie gilt als grundsätzlich robuste Rasse mit einer vergleichsweise hohen Lebenserwartung. Dennoch gibt es Themen, auf die man achten sollte:
- Hüftdysplasie (HD): Achten Sie auf HD-freie Elterntiere.
- Augenerkrankungen: CEA (Collie Eye Anomaly) und PRA.
- Autoimmunerkrankungen: (z.B. SLO, Addison) kommen in einigen Linien vor.
- MDR1-Defekt: Eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Medikamenten (Gentest möglich).
Pflege & Fell (Der wichtigste Punkt)
Das lange Fell ist das Markenzeichen, aber auch die größte Herausforderung. Es benötigt viel Zeit und Disziplin. Ein Beardie, der nicht regelmäßig gebürstet wird, verfilzt bis auf die Haut, was schmerzhaft ist und gesundheitliche Folgen hat.
- Routine: Planen Sie mindestens einmal wöchentlich eine gründliche Bürstensession ein (Dauer: ca. 1 Stunde).
- Problemzonen: Achten Sie besonders auf die Bereiche hinter den Ohren, unter den Achseln und am Bauch.
- Ausrüstung: Nutzen Sie hochwertige Bürsten. Ein rundgenähtes oder weiches Lederhalsband ist empfehlenswert, um Haarbruch im Nackenbereich zu vermeiden.
Ernährung & Gewicht
Der Bearded Collie benötigt eine hochwertige Ernährung mit gutem Fleischanteil. Da er sehr aktiv ist, verbraucht er viel Energie. Dennoch sollten Halter auf ein gesundes Gewicht achten. Das üppige Fell kann optisch täuschen – tasten Sie regelmäßig die Rippen ab, um den Ernährungszustand zu prüfen.

Wohnung, Stadt & Klima
Beardies können in der Wohnung leben, wenn die Auslastung stimmt. Ein Haus mit Garten ist ideal, aber kein Muss. Wichtig für Sauberkeits-Fans: Das lange Fell bringt viel Schmutz, Sand, Kletten und im Winter Schneeklumpen mit ins Haus. Ein guter Staubsauger und eine „Waschstation“ im Eingangsbereich sind Pflicht.
Klima: Dank des dichten Fells kommt der Beardie gut mit Kälte, Wind und Regen zurecht. Hitze hingegen verträgt er schlecht. Im Sommer sollten Aktivitäten auf die kühlen Morgen- und Abendstunden verlegt werden.
Welpen & die ersten Monate
Bearded-Collie-Welpen sind neugierig, verspielt und wachsen schnell zu aktiven Junghunden heran. Eine frühe Sozialisierung ist entscheidend, um die natürliche Sensibilität nicht in Ängstlichkeit umschlagen zu lassen.
Wichtig: Gewöhnen Sie den Welpen ab Tag 1 spielerisch an Kamm und Bürste! Das Stillhalten beim Bürsten ist für diese Rasse eine lebenswichtige Fähigkeit. Hilfreich sind hier unsere Tipps zur Welpenerziehung.

Anschaffung, Kosten & Verantwortung
Ein Bearded Collie aus seriöser Zucht (VDH/FCI Papiere sind wichtig für die Gesundheitsvorsorge) kostet in der Regel zwischen 1.500 und 2.200 Euro. Hinzu kommen Kosten für hochwertiges Futter, eine gute Leine, Tierarzt und eventuell den Hundefriseur, falls Sie Hilfe bei der Fellpflege benötigen.
Für wen ist der Bearded Collie geeignet?
- Für aktive Menschen oder Familien, die gerne viel Zeit draußen verbringen.
- Für Menschen, die Spaß an der Fellpflege haben (oder diese nicht scheuen).
- Für Hundesport-Fans und naturverbundene Halter.
- Weniger geeignet für Menschen, die viel Wert auf eine klinisch reine Wohnung legen oder wenig Zeit für Pflege und Sport haben.

Steckbrief Bearded Collie
| Herkunft | Schottland (Großbritannien) |
| Größe | 51–56 cm |
| Gewicht | 18–27 kg |
| Fell | Lang, dicht, wetterfest mit Unterwolle |
| Farben | Schwarz, Blau, Braun, Fawn (Sand) – oft mit Weiß |
| Lebenserwartung | 12–14 Jahre |
| Charakter | Fröhlich, verspielt, aktiv, sensibel, ohne Aggression |
| Pflegeaufwand | Hoch (regelmäßiges Bürsten notwendig) |
| Geeignet für | Aktive Familien, Sportler, Liebhaber von Langhaarhunden |


























Hinterlasse einen Kommentar
Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.